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Hypericum perforatum
Echtes Johanniskraut

(Juni 2022)
 

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ereits in der Antike wurde das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) als Heilpflanze verwendet. Seine Bedeutung in der Heilkunde ist nach wie vor groß. So wurde Johanniskraut etwa im Jahr 2014 von Wissenschaftlern der Universität Würzburg zur "Arzneipflanze des Jahres 2015" gewählt. Innerlich eingesetzt wird Hypericum perforatum als pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung von leichten bis mittelstarken depressiven Verstimmungen oder nervöser Unruhe. Äußerlich werden ölige Zubereitungen verwendet (siehe rechte Spalte).

Vorkommen und Blütezeit:

Hypericum perforatum ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die zwischen 20 und 100 Zentimeter hoch wird. Sie kommt sehr verbreitet an Wegrändern, Dämmen, Feldrainen, in lichten Wäldern und Gebüschen vor. Die Pflanze blüht von Juli bis September. Zerreibt man die Blütenknospen zwischen den Fingern, tritt ein blutroter Saft aus. Der Legende nach stellt dieser Saft das Blut Johannes des Täufers dar.

Ernte und Aufbereitung:

Man sammelt das Johanniskraut, wenn es voll erblüht ist (um "Johanni", also rund um den 24. Juni), indem man es kurz über dem Erdboden abschneidet und an der Luft an schattigem Ort trocknet.

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Johanniskraut-Öl

Das Johanniskraut-Öl dient zur äußerlichen Anwendung bei Muskelschmerzen (Myalgien), scharfen und stumpfen Verletzungen und bei Verbrennungen.

So wird Johanniskraut-Öl bereitet:

Man nutzt das Kraut, dessen Blüten gerade aufgegangen sind. Für 0,5 Liter Öl sollen es 25 g sein. Die frischen Pflanzenteile werden mit einer Prise Salz bestreut, um das Wasser zu entziehen, und anschließend zerquetscht oder in einem Mörser zerstoßen. Dann setzt man 500 g Olivenöl zu, mischt das Ganze bis keine Luftbläschen mehr zu sehen sind und füllt es in eine geräumige Weithalsflasche aus weißem Glas, welche zunächst unverschlossen bleibt.

An einem warmen Ort überlässt man die Mischung (unter gelegentlichem Umrühren) der Gärung. Wenn diese nach 3 bis 5 Tagen beendet ist, wird die Flasche verschlossen und so lange dem Sonnenlicht ausgesetzt, bis der Inhalt eine leuchtend rote Farbe angenommen hat. Das ist nach etwa 6 Wochen der Fall. Dann wird abgepresst, das Öl von der wässrigen Schicht abgegossen und in gut schließenden Flaschen aufbewahrt.

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Sambucus nigra
Uralter Hausstrauch mit mannigfachem Nutzen

(Mai 2022)
 

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eist wächst der Schwarze Holunder von Natur aus in der Nähe von Haus und Stall. Diese Wildpflanze eignet sich für fast alle Böden und Standorte. Vermehrt wird sie durch Stecklinge.

Die Blüten werden als Aufguss verwendet und bei Grippe ohne Schweißbildung getrunken, damit man schwitzen kann. Hollerblütentee wirkt gut schleimlösend.

Die dunkelblauen Beeren enthalten viele sekundäre Pflanzenstoffe (Polyphenole), welche entzündungshemmend und immunstärkend wirken. Außerdem enthalten sie Vitamin C, Fruchtsäuren, ätherische Öle, Vitamin B und Anthocyanidine. Flavonoide in den Schalen der Beeren sind schwach giftig. Die Rinde und das Mark enthalten Calciumoxalat.

In der Homöopathie wird Sambucus D3 bei Säuglingsschnupfen verwendet.

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(c) pixabay.com
 

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Hollerblütensirup

Zwanzig Hollerblüten werden gut ausgeschüttelt und von den groben Stielen entfernt. 2 kg Zucker mit 2 Liter Wasser aufkochen. Die Holunderblüten legt man mit Zitronenscheiben und 50g Zitronensäure ins warme Zuckerwasser, deckt das Ganze zu und lässt es an einem kühlen, dunklen Ort ziehen. Der Ansatz wird durch einen Kaffeefilter geseiht, aufgekocht und in Flaschen abgefüllt. Das ergibt ca. 2,5 Liter Sirup.

Hollersirup

1 kg Holunderbeeren werden gewaschen und von den Stielen befreit. Danach mit 3 Liter Wasser bedecken. Man kocht 20 Minuten ein und filtert durch einen Kaffeefilter. Dann rührt man 1 kg Zucker ein und fügt 1 Liter Apfelsaft hinzu, kocht den Saft 5 Minuten ein und füllt ihn heiß in Flaschen ab.

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Unser ältestes Lebensmittel: Brot

(Januar 2022)
 

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rot gibt Sicherheit durch die Transparenz seiner Zutaten, nutzt der Gesundheit, ist nachhaltig, sättigt mit einem erheblichen Genussfaktor und bringt Abwechslung im Geschmack.
 

Mit Geduld und Sorgfalt hergestelltes Brot senkt den Cholesterinspiegel, optimiert das Körperfett, reguliert den Blutzucker und steigert die Laune. Voraussetzung für alle diese Vorteile sind hochwertige Zutaten biologischer Herkunft.
 

   Die Milchsäurebakterien und Hefen des Sauerteiges halten den Teig am Gären, verbessern den Geschmack und die Verdaulichkeit. 150 bis 300g Brot pro Tag, verteilt auf zwei Mahlzeiten, ist gut für den Darm. Brot überfordert die Leber nicht und ist Nahrung fürs Gehirn.


Dinkel hat die optimale Zusammensetzung und enthält viele B-Vitamine. Roggen erdet und enthält Schleimstoffe (Pentostane) und Lysin. Pentostane bewirken, dass der Nahrungsbrei länger im Darm bleibt und sind für ein längeres Sättigungsgefühl verantwortlich. Lysin ist für das Immunsystem wichtig!
 

Das ideale Brotgewürz besteht aus Anis, Fenchel, Kümmel und Koriander, halb oder ganz gemahlen.


   Die Gewürze und Kräuter in unserer Apotheke sind geprüft auf Schwermetalle, Pestizide, mikrobiellen Befall (Aflatoxine) und Radioaktivität.
Wir garantieren für Reinheit, Herkunft, Wirkstoffgehalt und Unbedenklichkeit. Bio-Siegel zertifizieren lediglich die Anbau- und Herkunftsbedingungen.

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Anis..
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Fenchel

Kümmel

Koriander

Anis
Pimpinella anisum

Ein heißer Aufguss wird aufgrund seiner schleimlösenden und sekretomotorischen Wirkung als Hustenmittel eingesetzt. Wegen seiner krampflösenden und blähungstreibenden Wirkung wird Anis aber auch bei Beschwerden des Verdauungstrakts, Blähungen, Koliken und Krämpfen gerne verwendet.

Fenchel
Foeniculum vulgare

Fencheltee gehört neben Pfefferminz- und Kamillentee zu den meistgeschätzten Kräutertees. Oft wird er als Mischung in Kombination mit Anis und Kümmel angeboten. Neben Verdauungsbeschwerden können die in den Früchten enthaltenen ätherischen Öle durch ihre antibakterielle Eigenschaft auch Atemwegs-Beschwerden lindern.

Kümmel
Carum carvi

Kümmel regt die Tätigkeit der Verdauungsdrüsen an und hat stark blähungswidrige und krampflösende Eigenschaften. Man verwendet ihn bei Verdauungsstörungen mit Blähungen und Völlegefühl, bei leichten Krämpfen im Magen-, Darm- und Gallenbereich sowie bei nervösen Herz-Magen-Beschwerden.

Koriander
Coriandrum sativum

Das aus den Samen gewonnene ätherische Öl hat appetitanregende, verdauungsfördernde und krampflösende Eigenschaften. Gemahlene Samen werden zum Würzen von Brot, Kleingebäck, Kohlgerichten, Hülsenfrüchten und Kürbis verwendet. Koriander ist Bestandteil von Gewürzmischungen wie Currypulver, Currypaste und Lebkuchengewürz.


 

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Prachtvolle Schönheiten: Wohltuend gegen Entzündungen

(September 2021)
 

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Ringelblume
Calendula officinalis, Compositae


Sie gedeiht am besten auf schweren Böden in Sonne oder lichtem Schatten. Man sät die einjährige Blume im Frühjahr oder besser im Herbst, dann ist der Wuchs im folgenden Jahr buschiger und die Blütezeit länger. Wenn man regelmäßig die Blütenköpfe erntet, dann verlängert man auch die Blütezeit. Sie tötet Fadenwürmer ab. Erdbeere, Feldsalat, Kartoffel, Kürbis, Paprika, Petersilie, Sellerie und Tomate mögen die Ringelblume als Nachbarn. Man verwendet die frischen Blütenblätter oder trocknet sie im Schatten. Sie enthalten Flavonoide und Carotinoide. Sie wirken antiseptisch, wundheilend und hemmen Entzündungen. Der Tee wird klassisch als Aufguss zubereitet.

Inhaltsstoffe (u.a.):

Vitamin C, Galactolipid (fettlöslich und hitzeempfindlich).

Ringelblumensalbe:

Frische Blüten werden mehrere Stunden bei 60°C in Wollwachs ausgezogen, durch ein Tuch abgeseiht und mit geschmolzenem Bienenwachs und Leindotteröl zu einer Salbe verarbeitet. In Tiegel füllen, nach dem Abkühlen verschließen.

Rezeptbeispiel:

Wollwachs (Cera Ianae) 45g, Leindotteröl 45 g, Bienenwachs (Cera flava) 10g.

 

 



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Hagebutte
Rosa canina, Rosaceae


Der 'Hag' war ein Zauberkreis der Hexen, ein Ort zwischen den Welten, wohin sie sich zurückzogen, um ungestört zu sein. Die Hecke oder der Hag gehört zu den ältesten Einfriedungen von Bauerngärten. Dazu verwendet man auch die Hagebutte. Hagebutten schmecken erst dann, wenn die ersten Frosttage über sie hergezogen sind. Sie sind nicht lagerfähig. Man kann sie aber trocknen und aus ihnen Marmelade zubereiten.

Wirkung und Anwendung:

Hagebutten hemmen die Prostaglandinsynthese und somit das Entzündungsgeschehen und die Schmerzen im Knorpelgewebe der Gelenke. Fieber und und genügend Flüssigkeitszufuhr begünstigen das Gesundwerden bei Erkältungskrankheiten.

Hagebuttentee:

2 TL Früchte mit 1/8 Liter Wasser kalt übergießen, 10 min kochen und abseihen.

Hagebuttenpulver:

Ganze, getrocknete Hagebutten mitsamt den Kernen werden zu einem Pulver zerkleinert und täglich mindestens 5g über mehrere Monate eingenommen.

 

 

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Ein Beispiel für natürliche Heilkräfte: Die Pappel

(August 2021)
 

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Lungauer Balsampappel

Populus trichocarpa 'Lungau'


Die Lungauer Balsampappel ist ein besonderer und seltener Baum: Er kommt in den heimischen Wäldern so gut wie nicht vor, im Salzburger Lungau gilt er hingegen als "Hausbaum"und wächst auf Bauernhöfen und Weilern. Woher sie stammt, darin scheiden sich sogar die Geister kräuterkundiger Frauen: Die ausgebildete TEH-Praktikerin (Traditionelle Europäische Heilkunde) Flora Löcker geht von einem Ursprung in Nordamerika aus, Rosalie Hötzer vom Trimmingerhof und Autorin des Buches "Pflanzenreich" glaubt eher, dass die Balsampappel mit den Türkenkriegen aus Kleinasien in den Lungau kam.
 

Wirkung und Anwendung:

Am meisten Verwendung finden die Pappelknospen (Gemmae populi), die ein ätherisches Öl und Gerbstoffe enthalten. Die deutsche Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte betätigte den schulmedizinischen Nutzen von Pappelknospen bei oberflächlichen Hautverletzungen, äußeren Hämorrhoiden, Sonnenbrand und Frostbeulen. Man sammelt die Knospen Anfang April, wenn sie sich eben zu öffnen beginnen. Verarbeitet werden sie am besten frisch, können aber auch bei 35 Grad Celsius unter mehrfachem Wenden sorgfältig getrocknet werden. Sie riechen angenehm würzig und schmecken bitter. Medizinisch verwendet werden sie in Form von Pappelöl, Pappelsalbe und auch, als Tinktur.

Beim Harz der Balsampappel handelt es sich um einen wachsartigen, wohlduftenden Balsam mit desinfizierenden Eigenschaften, der schon von den amerikanischen Ureinwohnern gegen Erkältungen, Rheumatismus und bei Verbrennungen als natürliches Heilmittel verwendet wurde. Aus der frischen Rinde junger Zweige und aus jungen Blättern werden homöopathische Tinkturen oder salicylhaltige Extrakte gewonnen.

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(c) herbaria.plants.ox.ac.uk
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(c) pixabay.com
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(c) kreauter-und-duftpflanzen.de

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Inhaltsstoffe  (u.a.):

Salicin, Gerbstoffe, Flavonoide, ätherische Öle, Harze, Zimtsäure und Benzoesäure.


Pappeltee:

Für den kurmäßig anzuwendenden Tee werden neben den klebrigen Knospen auch Blätter und junge Rinde genommen. Der Tee wirkt harntreibend, entzündungshemmend, abschwellend, schmerzstillend. Er schmeckt nicht ganz so herb wie der Weidentee und kann deshalb in geringerer Dosierung auch Kindern verabreicht werden. Im Vergleich zur Weide wirkt die Pappel milder. Ein zusätzlicher Pluspunkt ist ihre positive Wirkung auf die Haut.


Pappelsalbe:

Man schmilzt 30g Bienenwachs, dazu kommen 180g Olivenöl sowie 2 TL Wollwachs. Die Zutaten werden erwärmt bis alles klar geschmolzen ist. Erst bei Handwärme 40g Balsampappeltinktur einrühren. Dann in Tiegel füllen und nach dem Erkalten mit Deckel verschließen und beschriften. Dieser Balsam ist ca. ein Jahr haltbar.


Pappelmilch:

Eine kulinarische und gesundheitliche Delikatesse! Dazu werden einige Knospen in Milch bis zu 45 Grad erwärmt, nach 15 Minuten wird die Milch abgeseiht und nach Wunsch gesüßt. Für die Pappeltinktur setzt man die fast geschlossenen Knospen in 38%gem Korn an (halb mit Knospen, halb mit Alkohol befüllt), lässt die Mischung vier Wochen lang unter täglichem Schütteln stehen, filtriert sie anschließend ab und füllt sie in eine dunkle Glasflasche.


 


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